Sie interessieren sich für die Siegerländer Art des Backens?
Dann sind Sie im Gosenbacher Backes herzlich willkommen!

Der neue „Goasemijer Backes“ unterhalb der „Alten Schule“
Sie möchten einmal dabei sein, wenn wir frisches Siegerländer
Backesbrot backen? Herzlich gerne!
Backtermine und Feste im Jahr 2011/2012:
Vom Brotbacken im Siegerland
Das Brotbacken in gemeinschaftlichen Backhäusern ist eine alte Siegerländer
Tradition.
Um ein solches Backhaus, einen so genannten Siegerländer Backes zu beschreiben,
muss man in die Zeit zurückgehen, in der diese Gemeinschaftsbackhäuser
entstanden sind:
Das war im 16. Jahrhundert, als mit einer Holz- und Waldverordnung
unmissverständlich angeordnet wurde, dass im Siegerland „Gemeine Backöfen“
einzurichten wären, um auf der einen Seite Holz einzusparen und zum anderen, um
Brände zu vermeiden. Die „gemeinen Backöfen“, also die Backeser, entstanden aus
einer gewissen Armut heraus und haben sich bis in unsere Zeit, bis zur Mitte des
20. Jahrhunderts, gehalten. Sehr viele von uns haben die sogenannte arme Zeit
noch mitbekommen, vor allem im Zweiten Weltweltkrieg und in den ersten Jahren
danach.
Die Backhäuser wurden aus den billigsten Werkstoffen errichtet, z.B. aus mit
Lehm ausgekleideten Holzfachwerken und mit Blechdacheindeckung. Der Fußboden war
meist gewachsener Lehmboden. Die Größe ergab sich aus dem eigentlichen Backofen,
der sogenannten „Huuw“, und einem kleinen Vorraum von vielleicht 6
Quadratmetern. Der Teig wurde zu Hause zubereitet und auch die Brotlaibe wurden
in der häuslichen Küche geformt. Schön auf sogenannten Backesbrettern abgelegt
transportierte man die Brotlaibe, wenn sie genügend aufgegangen waren, mit einer
Karre, der sogenannten „Schubkarre“ zum Backes.

Das Backteam vor dem Anheizen des Ofens. Im Bild von links:
Christof Jacob,
Jürgen Birkholz, Herbert Heimann und Hermann Schuß.
Der Gosenbacher Backes, der im Jahre 1999 errichtet wurde, ist
auf die heutigen Bedürfnisse zugeschnitten. Selbstverständlich wird der Ofen -
wie in früheren Jahren - mit Holzscheiten und Schanzen (auch Reisigbündel
genannt) auf die richtige Temperatur gebracht.

Mit über 300 Grad wird der Steinofen angeheizt
Das Backen selbst in unserem modernen Backofen sollte nach
alten Überlieferungen funktionieren, diese Gemeinsamkeit mit den alten
Siegerländer Backesern erschien uns wichtig.
Mittlerweile ist der Backes, der im historischen Ortskern errichtet wurde,
Treffpunkt für Festlichkeiten der Gosenbacher Bevölkerung.
Der Ofen ist mit Natursteinen ausgemauert und bietet Platz für
ca. 50 Schanzenbrote. Das Gewölbe wurde mit einem Stein aus Spezialschamott
gemauert. Die Ofenkammer hat 3 Züge für den Rauchabzug und evtl.
Hitzeregulierung, sowie einen Ascheschacht.
1999 haben wir unter großer Anteilnahme der Bevölkerung unseren neuen Backes
eingeweiht. Seitdem wird „Goasemijer Backesbroat“, „Sejjerlänner Riewekooche"
sowie Kuchen und zu Weihnachten „Christollen“ gebacken.

In der Gosenbacher Brottüte wird das Brot dem Konsumenten
überreicht.